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![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Der große PestumzugWenn die Dunkelheit über den Plan zieht, der Abendwind langsam kühler wird und die Menschen frösteln macht, zieht der Heroldsturm die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Ein Businensignal ruft die Menschen zusammen: Der Marktvogt hat dem Volk etwas zu verkünden. Im Knistern der Fackeln vernehmen wir die Stimme des Vogtes. Plötzlich wankt ein Weib mit ihrem hustendem Kind, es mehr tragend, weil es selber vor Erschöpfung kaum noch laufen kann, vor den Turm. Das Kind windet sich vor Schmerzen und bittet flehendlich die Mutter um Hilfe. Das Kind bricht zusammen, bleibt am Boden liegen. "Mutter ich bin so schwach, ich kann nicht atmen, muss ich sterben, komme ich in den Himmel...?" Die Mutter fleht den Vogt nach einem Doctore an, dringlich solle er zu Hilfe eilen. Ein Doctore erscheint und er untersucht das Kind. Es hat schwarze Beulen hinter den Ohren und aus den Beulen rinnt übelst riechender Eiter und Blut. Das Kind stirbt ihm unter den Händen weg. "Was ist's, was ihr geschehen wär?, könnt ihr genaueres sagen? Woran ist das Kind gestorben?", fragt der Vogt in die düstre Runde. Die Antwort trifft wie Donnerschlag: "Es ist die Pest. Der Schwarze Tod hat sie geholt. Ich kann hier nichts mehr tun. Lasst die Wachen und noch mehr Doctores kommen." "Die Pest?! Schafft sie von dannen. Holt einen Leichenkarren! Holt die Verbrecher aus dem Kerker, sie sollen die Leichen transportieren. Der Herr steh? uns bei: Hütet Euch vor der Pest!!!" Geschäftig beginnen die Doctores die Umstehenden auf Zeichen der grausamen Seuche hin zu untersuchen. "Was ist mit Euch, Recke?! Zeigt mir Euren Hals, habt auch Ihr schon Beulen hinterm Ohr?! Nein? Dann tretet zurück, gehet nach Hause und räuchert Eure Stuben aus, säubert sie mit Essigwasser und meidet jeden Fremden." Ein Zug von Nonnen und Mönchen erreicht den Plan und Fackelträger erhellen den Moment, da die Leiche des Kindes auf den Karren gehoben wird. Ein Mönch sagt, dass man dem Kind die letzte Ölung geben und sie ordentlich beerdigen solle, doch dies trifft auf heftigen Widerstand: "Nein! Bestreut sie mit Kalk und schafft sie so schnell wie möglich vom Plan. Die Pest ist im Lande! Die Pest ist hier, hier auf dem Markt!" Der Leichenzug formiert sich und Mönche und Nonnen stimmen eine Totenmesse an: "Pie Iesu Domine Dona Eis Requiem...." Die Prozession zieht, begleitet von diesem düsteren Gesang, über den Markt. Immer mehr Leichen werden gefunden, die bereits von der Pest dahingerafft wurden. Der Zug passiert einen toten Körper, der von Leichenfledderern geplündert wird. Auch die Plünderer zeigen schon deutliche Zeichen der Seuche. Ein Kind sitzt weinend bei seinen toten Eltern. Ihre Leichname werden zu den Toten auf den Karren gelegt, begleitet von dem herzzereissenden Weinen des Kindes um seine toten Eltern. Ein Quacksalber übelster Sorte, versucht dem Volk, das lebensrettende Pestwasser aufzuschwatzen. "Rettet Euch, bevor es auch für Euch zu spät ist. Nur das Pestwasser rettet Euch vor dem sicheren Tod." Ein Prozessionszug von Flagellanten trifft auf den düsteren Leichenzug. Lauthals rufen sie das Volk zur Buße auf und verkünden, sich selbst bis aufs Blut geißelnd, die Offenbarung des Johannes. Sie schließen sich dem Pestzug an, der seinen Weg weiter Richtung Tor nimmt. Der Bischof höchstpersönlich segnet die Wachen und befiehlt, die Kranken schnell aus der Stadt zu bringen. Noch während der Zug betend in der Dunkelheit der Nacht entschwindet, tritt ein Engel aus der Finsternis, um von der reichen Ernte des Todes zu berichten und das Volk zu mahnen und zu warnen. "Hütet Euch vor der Pest!!!" "Die Pest greift rasend schnell um sich. Spürt Ihr nicht auch schon den Hauch des Todes?" Seit nunmehr 9 Jahren ist "Der Große Pestumzug" zu einem weiteren absoluten Programm-Höhepunkt der Veranstaltungsreihe "Mittellalterlich Phantasie Spectaculum" gereift. Dank des unermüdlichen Einsatzes aller Teilnehmer und der vielen phantastischen Ideen, die durch JASMIN, STEFAN, IGOR und HORIS ebenso eingebracht wurden wie durch zahlreiche andere Heerlager-Teilnehmer, bildet "Der Große Pestumzug" inzwischen den Höhepunkt und gleichzeitig den Schlußpunkt jeden Veranstaltungstages (außer des jeweils letzten Veranstaltungstages eines Wochenendes). Konkret gesagt findet der "Große Pestumzug" im Jahre 2010 immer abends um 22.30 Uhr statt, außer am jeweils letzten Tag eines Veranstaltungswochenendes. Wenn die Doctores und die Würdenträger der Kirche die Toten die die Pest dahingerafft hat mit Leichenkarren vom Veranstaltungsgelände fahren, dann zeigen wir den Besuchern des Mittelalterlich Phantasie Spectaculum® auch einmal die dunkle, beängstigende und beklemmende Seite des Mittelalters. Verpassen Sie auf gar keinen Fall beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum® in diesem Jahr "Den Großen Pestumzug", und erleben Sie den bedrückenden, düsteren und gruseligen Schlußpunkt der Veranstaltung, der den Gästen eiskalte Schauer über den Körper treibt und zu "Gänsehaut-Feeling" führt. Im Jahre 2010 zeichnen Jasmin Hübner und Stefan Schleusener mit der Unterstützung von Igor Engel und Horis Nabil El Hammamy für die künstlerische Gestaltung und Leitung des "Großen Pestumzuges" verantwortlich. Viele der bekannten Elemente, Darstellungen, Szenen und Figuren der bisherigen Pestumzüge wurden übernommen, einige Figuren und Szenen leicht verändert und einige neue Figuren, Szenen und Darstellungen wurden dem "Großen Pestumzug" im Jahre 2010 zugefügt. Ich empfehle auf jeden Fall allen Gästen des Mittelalterlich Phantasie Spectaculum® im Jahre 2010, sich in der Nacht wirklich lange auf unseren Veranstaltungsgeländen aufzuhalten und den Tag im Mittelalter mit dem gruseligen, furcht erregenden, gespenstischen und Gänsehaut erzeugenden "Großen Pestumzug" zu krönen und abzuschließen. |
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